Pythagoras lebt

Das auf Pythagoras zurückgehende «Lambdoma» (aus Hans Kaysers «Akròasis).

Pythagoras, der griechische Gottsucher, Musiker, Philosoph, Mathematiker und Lehrer (ca. 570–510 v. Chr.) ist heutzutage bestenfalls noch als Name aus dem Mathe-Unterricht («a2xb2=c2») bekannt. Dabei hat er, weil er gut zuhören konnte, das System entdeckt, das allem was ist als Bauplan zugrunde liegt. Es sind die Ober- und Untertonreihen, die von jedem Ton in eindeutig bestimmten Proportionen (Grundton, Oktave, Quarte, Quinte, Terz usw.) ausgehen. Die Umlaufzeiten und -bahnen der Planeten, der Aufbau der Atome, die Körperproportionen des Menschen, die Anordnung der Kerne in der Sonnenblume, der Aufbau der Kristalle – alles beruht auf «Musik» bzw. auf den Intervall-Proportionen, die aller Musik zugrunde liegen.

Auch In der jüngeren Vergangenheit hat es immer wieder Gelehrte gegeben, die sich von Pythagoras und seinem «Lambdoma» (der Name des griechischen Buchstabens Lambda) haben inspirieren lassen.

Der bekannteste von ihnen ist sicher Johannes Kepler (1571–1630), der die «Sphärenklänge», der harmonikale Aufbau des Planetensystems entdeckt und ausführlich beschrieben hat («Weltharmonik»).

Ebenfalls sehr ausführlich, aber näher an der irdischen Welt hat sich Hans Kayser (1891–1964) mit dem «Weltklang» befasst und daraus eine eigentliche harmonikale Systematik in allen Naturdingen entwickelt («Akròasis», «Lehrbuch der Harmonik», «Der hörende Mensch» und viele andere Titel).

Auch der (Jazz-)Musiker und Radiojournalist Joachim Ernst Berendt (1922–2000) hat sich intensiv mit dem «Klang der Welt» befasst («Nada brama – die Welt ist Klang», «Das dritte Ohr»).

Und inzischen könnte es sein, dass uns der griechische Gelehrte Pythagoras auf ein Versäumnis aufmerksam machen möchte. Kaum jemand hat bis auf den heutigen Tag in Erwägung gezogen, dass jede Saite (oder welche Klangquelle auch immer) ihr unsichtbares Gegenstück, die «Anti-Saite», sozusagen wie die Anti-Materie, haben muss und hat, um überhaupt zu klingen... Und er bringt uns bei, dass wir beim klassischen Dreiklang (C–E–G zum Beispiel) im Leben schlicht und einfach zu kurz kommen – das Leben ist nicht Drei-, sondern Vierklang.



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